26/03 2018

Gesteigerte Pflichten der Verwaltung bei Zwangsversteigerung in das Sondereigentum

Gesteigerte Pflichten der Verwaltung bei Zwangsversteigerung in das Sondereigentum

BGH, Urteil vom 08.12.2017, Az.: 5 ZR 82/17

Florian Ernst

Florian Ernst

Zum Fall: Der Erwerber einer Eigentumswohnung zahlte das hierauf entfallende Wohngeld nicht. Eine dritte Person betrieb aus einer anderen Forderung das Zwangsversteigerungsverfahren bezüglich dieser Eigentumswohnung. Die WEG-Verwaltung wusste von dem Zwangsversteigerungsverfahren und informierte die Eigentümer. Die Wohnung wurde letztlich versteigert. Die WEG-Verwaltung unterließ es, die offenen Wohngeldforderungen zu Gunsten der WEG bei Gericht anzumelden. Eine Auszahlung aus dem Versteigerungserlös an die WEG erfolgte daher nicht. In einem nächsten Schritt nahm die WEG dann die WEG-Verwaltung in Regress und forderte Schadensersatz.

Die Entscheidung: Der Bundesgerichtshof gab der WEG Recht und verurteilte die Verwaltung zur Zahlung. Er stellte klar, dass der Verwalter die Pflicht habe, die Forderungen bei Gericht anzumelden. Diese Pflicht sei zwar im Wohnungseigentumsgesetz nicht ausdrücklich festgeschrieben, gehöre jedoch zu den Pflichten einer Verwaltung. Schließlich sehe das Gesetz die Möglichkeit vor, dass Forderungen der WEG auf rückständige Wohngelder auch ohne Titel gegen den säumigen Eigentümer angemeldet werden können. Der Gesetzgeber wollte hierdurch der WEG eine einfache Möglichkeit an die Hand geben, um rückständige Wohngelder zu realisieren. Da die Verwaltung von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machte,  habe sie nun den der WEG entstanden Schaden zu ersetzen.

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